Tennis-Aufschlag verbessern: 5 Übungen für mehr Sicherheit und Geschwindigkeit

Joueuse de tennis concentrée exécutant un service puissant sur un court en terre battue, raquette levée au-dessus de la tête.

Ein verlässlicher Aufschlag beginnt mit einem wiederholbaren Ablauf. Griff, Ballwurf, Beinarbeit und Treffpunkt müssen zusammenpassen. Wer nur härter schlägt, verliert häufig Länge und Kontrolle.

Trainieren Sie zunächst mit etwa 60 Prozent Tempo. Erst wenn der erste und zweite Aufschlag regelmäßig ins richtige Aufschlagfeld fallen, lohnt sich mehr Beschleunigung. Die folgenden fünf Übungen brauchen einen Schläger, Bälle und ein halbes bis ganzes Spielfeld.

Die Grundlage: Griff, Stand und Ziel

Nutzen Sie den Continental-Griff: Der Handballen liegt auf der oberen schrägen Griffkante. Er erlaubt einen lockeren Durchschwung und erzeugt beim Kick-Aufschlag den nötigen Drall. Ein fester Vorhandgriff bremst die Schulterdrehung und macht den Treffpunkt ungenau.

Stellen Sie sich seitlich zur Grundlinie, die vordere Fußspitze zeigt schräg zum Netzpfosten. Wählen Sie vor jedem Ball ein konkretes Ziel: beim ersten Aufschlag etwa einen Meter innerhalb der T-Linie, beim zweiten Aufschlag mit Sicherheitsabstand zur Mitte des Feldes. Ziele verhindern zielloses Schlagen.

Übung 1: Ballwurf ohne Schläger festigen

Der Ballwurf entscheidet über Rhythmus und Treffpunkt. Halten Sie den Ball in den Fingerkuppen der Wurfhand, nicht tief in der Handfläche. Führen Sie den Arm ruhig nach oben und lassen Sie den Ball los, statt ihn aktiv hochzuwerfen.

Stellen Sie sich an die Grundlinie und werfen Sie 20 Bälle nacheinander. Der Ball soll leicht vor dem vorderen Fuß und knapp rechts der gedachten Körperachse landen, wenn Sie Rechtshänder sind; Linkshänder spiegeln die Richtung. Markieren Sie den Landepunkt mit einem Hütchen oder einem Ball.

Zielwert: Mindestens 15 von 20 Würfen landen in einem Bereich von etwa einer Schlägerlänge. Streut der Wurf stärker, üben Sie ihn vor jedem Aufschlagtraining fünf Minuten.

Übung 2: Trophy-Position für einen klaren Rhythmus

Die Trophy-Position ist die kurze Ausholphase vor dem Beschleunigen: Wurfarm oben, Schlagarm angewinkelt, Ellenbogen etwa auf Schulterhöhe und Knie leicht gebeugt. Sie schafft Spannung in Beinen und Rumpf. Halten Sie diese Position nicht lange, sondern finden Sie sie in einem fließenden Ablauf.

Führen Sie zehn Aufschlagbewegungen ohne Ball aus und stoppen Sie für eine Sekunde in dieser Position. Kontrollieren Sie im Spiegel oder per Video, ob die Schulterlinie seitlich bleibt. Schlagen Sie danach zehn lockere Aufschläge aus dem gleichen Bewegungsrhythmus.

Übung 3: Treffpunkt über dem Kopf trainieren

Viele Fehler entstehen, weil der Schläger den Ball zu tief oder hinter dem Körper trifft. Strecken Sie den Schlagarm beim Kontakt fast vollständig, während die Schulter nach oben arbeitet. Der Blick bleibt bis zum Treffpunkt am Ball.

Starten Sie an der T-Linie statt an der Grundlinie. Schlagen Sie 15 leichte Aufschläge mit hoher Flugkurve ins gegenüberliegende Aufschlagfeld und achten Sie allein auf einen hohen Kontakt. Gehen Sie erst dann schrittweise zurück zur Grundlinie.

Diese Verkürzung senkt die Belastung und macht Fehler sichtbar. Fliegt der Ball ins Netz, lag der Kontakt oft zu tief oder der Schlägerkopf kam zu früh nach vorn. Segelt er weit hinter die Grundlinie, fehlte meist Vorwärtsdrall oder der Wurf war zu weit hinter dem Körper.

Übung 4: Beinarbeit für mehr Geschwindigkeit

Geschwindigkeit entsteht aus der kinetischen Kette: Beine, Hüfte, Rumpf, Schulter, Arm und Schläger übertragen ihre Energie nacheinander. Drücken Sie sich beim Aufschlag kontrolliert vom Boden ab. Ein Sprung ist kein Muss, ein stabiler Abdruck schon.

Üben Sie zunächst zehn Aufschläge mit geschlossenen Füßen und bewusst gebeugten Knien. Danach folgen zehn Aufschläge, bei denen der hintere Fuß im Ablauf zum vorderen Fuß nachzieht. Vergleichen Sie Trefferquote und Länge, nicht nur das Gefühl von Kraft.

  • Bleibt der Kopf ruhig, bleibt auch der Ballwurf stabiler.
  • Landung im Feld ist erlaubt, solange der Fuß die Grundlinie erst nach dem Ballkontakt überquert.
  • Bei Schulter- oder Ellenbogenschmerz sofort stoppen und die Technik prüfen lassen.

Übung 5: Platzierung unter Druck üben

Ein guter Aufschlag braucht klare Muster. Trainieren Sie drei Ziele: nach außen, auf den Körper und durch die Mitte. Der Körperaufschlag nimmt dem Returnspieler Zeit und ist im Clubmatch oft die sicherste Wahl.

Legen Sie je Ziel ein Hütchen ungefähr einen Meter innerhalb der Aufschlaglinien ab. Spielen Sie zwei Serien zu je zwölf Bällen: sechs erste Aufschläge mit Tempo und sechs zweite Aufschläge mit mehr Spin. Zählen Sie nur Bälle, die im Feld landen und das Zielgebiet treffen.

AufschlagartTrainingszielSinnvolle Vorgabe
Erster AufschlagTempo und flacherer Flug8 von 12 im Feld
Zweiter AufschlagTopspin oder Slice für Sicherheit10 von 12 im Feld
Aufschlag auf den KörperReturn unter Druck setzen6 Treffer im Zielgebiet

Tennis-Aufschlag verbessern: So wird Training messbar

Planen Sie zwei kurze Aufschlageinheiten pro Woche mit jeweils 30 bis 40 Bällen. Notieren Sie danach erste Aufschläge im Feld, zweite Aufschläge im Feld und die häufigste Fehlerseite. Nach drei Wochen zeigen diese Werte deutlicher als das Bauchgefühl, woran Sie arbeiten müssen.

Für Anfänger reicht zunächst ein sicherer Slice-Aufschlag mit kontrollierter Flugbahn. Fortgeschrittene ergänzen den Kick-Aufschlag, bei dem der Ball durch starken Topspin nach dem Aufspringen hoch abspringt. Trainieren Sie neue Varianten erst ohne Punktdruck und setzen Sie sie dann gezielt im Satz ein.

Eine Videoaufnahme von der Seite und von hinten hilft bei Ballwurf und Treffpunkt. Fragen Sie im Vereinstraining nach einer kurzen Technikbeobachtung, wenn ein Schmerz, ein starker Seitenunterschied oder dauerhafte Doppelfehler auftreten. Kleine Korrekturen im Ablauf bringen meist mehr als ein stärkeres Ausholen.

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